Veränderte Wahrnehmung von Gewalt in der Arbeit – Auf dem Papier sind wir gut, im Alltag wird es trotzdem härter

Viele Einrichtungen der Behinderten- und Altenhilfe erleben aktuell eine Zunahme von Gewalt, Aggression und eskalierenden Situationen. Unter anderem verändern sich die Zielgruppen: komplexere Bedarfe, Mehrfachbelastungen, psychische Erkrankungen und gesellschaftliche Spannungen wirken direkt in den Arbeitsalltag hinein.

Für alle Leitungs- und Fachkräfte aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Altenhilfe

Auf der Vorderbühne reagieren Organisationen mit Leitbildern, Gewaltschutzkonzepten, QM-Handbüchern und klaren Regelwerken. Diese werden in vielen Einrichtungen gut gelebt und umgesetzt. Gleichzeitig ist es ein Spagat, Mitarbeitende durchgängig für die Bedeutung von Gewaltschutzkonzepten zu sensibilisieren. Dies liegt darin begründet, dass auf der Hinterbühne Organisationskultur, informelle Strukturen, unausgesprochene Erwartungen und individuelle Haltungen das tatsächliche Handeln prägen. Außerdem melden viele Mitarbeitende zurück, dass Gewaltschutzkonzepte angesichts veränderter Zielgruppen mit mehr Neigung zu herausfordernden Verhaltensweisen und Aggressionen an Grenzen geraten. Hier kollidiert dann das Papier mit der Praxis und den täglichen Herausforderungen, denen sich Mitarbeitende und Führungskräfte stellen müssen.

Ihr Mehrwert

Die Veranstaltung nimmt bewusst beide Ebenen in den Blick – und fragt:

  • Was leisten unsere Konzepte wirklich- und wie können wir uns noch verbessern?
  • Wo geraten Mitarbeitende ethisch und praktisch in Konflikte?
  • Wie beeinflussen Kultur, Macht und Alltag Entscheidungen im Umgang mit Gewalt?

Die Teilnehmenden reflektieren ihre Praxis zwischen formalen Anforderungen (QM, Gewaltschutz) und gelebter Realität. Ziel ist es, Handlungssicherheit, ethische Orientierung und realistische Weiterentwicklung von Strukturen und Haltung zu fördern – jenseits von Schuldzuweisungen und Papierlösungen.

Die Veranstaltung macht damit etwas besprechbar, was viele spüren, jedoch nicht greifen können – die Illusion, mit Konzepten und Standards sei Gewalt per se in den Griff zu bekommen. Es braucht auch Ansatzpunkte, um die Organisationskultur zu betrachten, in der diese Konzepte umgesetzt werden.

Ziele der Veranstaltung:

Die Teilnehmenden…

  • lernen systemische Erklärungsansätze kennen zur Rolle formeller und informeller Strukturen im Kontext von zunehmender Gewalt in der Behinderten- und Altenhilfe
  • erhalten die Gelegenheit zum Austausch zum Thema Gewalt und Aggression in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und Bewohner*innen in der Altenhilfe
  • erhalten mehr Handlungssicherheit, ethische Orientierung und Anregungen zur Weiterentwicklung von Strukturen und Haltung.

Veranstaltungsdozent*in

Sandra Herrgesell

Freiberufliche Tätigkeit und Beratung in unterschiedlichen Feldern im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Organisationsentwicklung.
Am

08.12.2026

Die Inhalte der Veranstaltung:

TOP1: Ankommen & Rahmung

TOP2: Die Bühne: Was hat sich verändert? Hat sich etwas verändert?

TOP3: Die Vorderbühne – Konzepte, Vorgaben, Sicherheit

TOP4: Die Hinterbühne: Ethik, Haltung und Kultur

TOP5: Brücke bauen – Vorder- und Hinterbühne verbinden

TOP 6: Abschluss & Transfer

Hinweise zum Angebot:

Einrichtungen der Behindertenhilfe und der stationären Altenhilfe haben ähnliche Themen. Ein Gewaltschutzkonzept wird erwartet durch die Leistungsträger. Die auf dem Papier geschaffene Realität ist oft nur schwer in die Praxis zu übertragen. Aus diesem Grund bietet die Veranstaltung ein Forum für Führungs- und Fachkräfte der stationären Eingliederungs- und Altenhilfe.

 

Neugierig geworden? Dann melden Sie sich an.

Die Veranstaltung findet am 08.12.26 von 08:30-12:30 Uhr online statt.

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