Was Empathie mit Gewaltprävention zu tun hat: Gewaltprävention und Deeskalation als Übersetzungsaufgabe bzw. –leistung

Um erfolgreich Präventionsarbeit zu leisten, ist es wichtig, Entwicklungen und Prozesse bzw. Situationen zu analysieren und zu verstehen. Neben diesen kognitiven Aspekten gibt es noch eine weitere, zumeist unterschätzte Ebene: das empathische Verstehen.

Rückblick

Am 4. Juni 2026 widmeten wir uns bei unserem Meet-Up einem zentralen Aspekt der Gewaltprävention: Empathie als professionelles Werkzeug der Deeskalation. Gemeinsam mit unserem Referenten Joachim Kix beleuchteten wir, wie herausforderndes Verhalten von Klienten oder Patienten als „Fremdsprache“ entschlüsselt werden kann. Echte Deeskalation gelingt demnach vor allem durch eine präzise Übersetzungsleistung und des Verstehens der Ursachen. Im Fokus standen drei Schritte: der kognitive Perspektivenwechsel, das emotionale Spiegeln von Stress und Angst sowie die Übersetzung in deeskalierendes Handeln. Der intensive Praxis- und Erfahrungsaustausch machte deutlich: Empathie ist im Arbeitsalltag kein „Nice to have“, sondern ein wichtiges Werkzeug, um Krisen zu verhindern oder in Krisensituationen erfolgreich zu deeskalieren.

Für Fach- und Führungskräfte aus Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Für das empathische Verstehen können wir als Wesen, die zur „Gattung Mensch“ gehören, eigens auf eine besondere neurobiologische Ausstattung zurückgreifen, unsere Spiegelneuronen. Wenn wir diese mehr bzw. besser nutzen, können wir unmittelbarer und ohne Vorwissen deeskalierend in Situationen einsteigen und Menschen auch in Erregungszuständen erreichen. Zudem wollen wir anhand eines Kommunikationsmodells üben, den jeweiligen „Subtext“ von Aussagen anderer bewusster wahr- und ernst zu nehmen. So können wir direkter auf das reagieren, was andere innerlich bewegt und so der Ausübung von Gewalt wirksam vorbeugen.

Ihr Mehrwert

In dieser Veranstaltung soll verdeutlicht und veranschaulicht werden, dass Prävention Übersetzungsarbeit und Deeskalation eine Übersetzungsleistung ist. Dies soll in Kleingruppen geübt bzw. „angespürt“ und somit für alle Teilnehmenden erlebbar werden.

Die Veranstaltung vermittelt ein selbst-/bewussteres Einsetzen der eigenen Empathie- und Intuitionsfähigkeiten im Umgang mit Klientel und Kollegium, vor allem in Bezug auf gewaltvolle Reaktionen und Situationen.

Veranstaltungsdozent*in

Joachim Kix

Als Psychologe übt sich Joachim Kix seit Jahrzehnten darin, Menschen in allen möglichen Lebenssituationen zu verstehen und zu begleiten. Seine Leidenschaft ist es, Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln anzusehen und dadurch neue Aspekte und (Lösungs-)Wege zu entdecken.

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