Gewaltschutz in Einrichtungen der Eingliederungshilfe wird zumeist auf die gesetzliche Verpflichtung nach §37a im SGB IX um besonders vulnerable Gruppen zu schützen, reduziert.
Seine volle Wirkung kann ein Gewaltschutzkonzept jedoch nur entfalten, wenn es alle in der Einrichtung tätigen Menschen berücksichtigt, nämlich Mitarbeitende und Beschäftigte gleichermaßen. So wird die gesetzliche Verpflichtung zum Ausgangspunkt eines kontinuierlichen, partizipativen und inklusiven Organisationsentwicklungsprozesses.
Doch wie kann der genaue Weg zu einem wirksamen Gewaltschutzkonzept aussehen?
Unser Praxisbeispiel aus den Ledder Werkstätten gGmbH, einer Einrichtung für Erwachsene mit geistiger und/oder psychischer Behinderung, zeigt, wie es gelingen kann, ein betriebliches Gewaltschutzkonzept von der Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung zum Leben zu erwecken, wenn man sich von Anfang an entscheidet, den Weg konsequent gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung zu gehen.
Die Referentin, Frau Dr. Rebecca Dölling-Künnen (Referentin für Organisationsentwicklung bei den Ledder Werkstätten) zieht Ihr Fazit aus dem Prozess: „Es war und ist ein zeitintensiver und spannender Prozess, der nicht mit der Fertigstellung des Konzeptes endete, sondern die Unternehmenskultur und Handeln im Alltag auf unterschiedliche Weise beeinflusst. Damit die Verankerung eines Gewaltschutzkonzeptes gelingen kann, ist es wichtig, die verschiedenen Akteure von Beginn an zu beteiligen, um die unterschiedlichen Blickwinkel, Erfahrungen und Ideen integrieren und eine Identifikation mit den Konzeptinhalten erzielen zu können“.
Das Präventionsnetzwerk Nord freut sich, dass Frau Dr. Rebecca Dölling-Künnen im Rahmen eines zweiteiligen Hands-on´s von ihren Erfahrungen aus erster Hand berichtet:
- Teil 1: Wie ist es in der Ledder Werkstätten gGmbH gelungen, und wie gelingt es aktuell, diese Thematik inklusiv zu bearbeiten?
- Teil 2: Wo liegen gleichzeitig aber auch die Herausforderungen bzw. wo stößt die Einrichtung derzeit noch an Grenzen der Beteiligung?
Diese Fragen werden im Rahmen der Vorträge praxisbezogen und beispielhaft beleuchtet. Die Hands-on bieten außerdem Raum für ausführliche Fragen rund um die Thematik sowie einen Austausch mit anderen Einrichtungen zu ihren Projekterfahrungen.
Ziel der Veranstaltungen ist es, ein Praxiswissen über den Aufbau eines inklusiven und ganzheitlichen betrieblichen Gewaltschutzkonzeptes zu vermitteln. Es wird nicht um die Grundlagen zum Thema Gewalt und Gewaltschutz gehen.
Möchten Sie erfahren, wie die Ledder Werkstätten ihr Gewaltschutzkonzept entwickelt und implementiert sowie das Konzept sprichwörtlich zum Leben erweckt und im Weiteren kontinuierlich verbessert haben?
Besuchen Sie unsere Hands-on´s am:
- 22.05.2025 „Rechtliche Grundlagen und partizipative Entwicklung“ und
- 24.06.2025 „Umsetzung in die Praxis und Verlebendigung“.
Die Veranstaltungen finden jeweils von 14.00-15.00 Uhr statt und bauen inhaltlich aufeinander auf (eine Teilnahme ist auch an nur einer Veranstaltung möglich).
An wen sich die Veranstaltung richtet:
Das Hands-on wird allen Fach- und Führungskräften empfohlen, die erfahren wollen, wie der Aufbau eines inklusiven und ganzheitlichen betrieblichen Gewaltschutzkonzeptes in der Praxis funktioniert.
Zum Steckbrief:
Der Einwahllink:
Das erste Hands-on findet am 22.05.25 von 14.00Uhr bis 15.00Uhr statt. Hier den Einwahllink anfordern:
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