Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion.
Viktor Frankl,
Österreichischer Neurologe und Psychiater, Holocaust-Überlebender

Liebe Mitglieder und Interessierte!

Der Raum zwischen Reiz und Reaktion scheint gerade im Gesundheits- und Sozialwesen oft sehr klein zu sein – besonders in herausfordernden Situationen. Wenn Menschen laut werden, aggressiv reagieren oder sich zurückziehen, entsteht schnell ein Sog aus Bewertung, Rechtfertigung und Gegenreaktion. Eskalation ist häufig das Ergebnis unbewusster Dynamiken – meist verstärkt durch Zeitmangel und Anspannung. 
 
Empathie kann den Raum zwischen Reiz und Reaktion vergrößern und damit unsere Handlungsspielräume erweitern. 

Damit ist nicht gemeint, schwieriges Verhalten gutzuheißen oder emotional in jeder Situation mitgehen zu müssen. Empathie bedeutet vielmehr, Verhalten als Ausdruck von Bedürfnissen, Überforderung oder Kontrollverlust zu verstehen. Es geht nicht um Bewertung, sondern um Übersetzung. Wir können fragen: „Was zeigt mir das Verhalten meines Gegenübers?“ oder: „Was braucht die Person jetzt?“
 
Diese Perspektive verändert den eigenen Handlungsspielraum grundlegend. Wenn wir Verhalten übersetzen, anstatt es zu bewerten, reagieren wir meist ruhiger, klarer und oft wirksamer. Deeskalation wird so nicht zu einer Technik für den Ernstfall, sondern zu einer Haltung, die präventiv wirkt – im Kontakt mit Klient:innen ebenso wie im Miteinander von Teams.
 
Empathie ist also kein weicher Faktor, sondern erweitert den Raum zwischen Reiz und Reaktion – und ermöglicht damit Deeskalation. 

Wir laden Euch herzlich ein, unsere Veranstaltungen zum Thema Empathie als Deeskalationsstrategie zu besuchen. Auch in unserem aktuellen Fachbeitrag und dem ONE MINUTE WONDER geht es um das Thema.

Außerdem gibt es viele weitere, spannende Veranstaltungen, die wir Euch nahelegen. Schaut vorbei. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.  


Mehr Infos findet Ihr auch auf unserer Homepage oder auf unserem LinkedIn-Profil

Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen und Anregungen unter Präventionsnetzwerk Nord


Herzliche Grüße vom
Präventionsnetzwerk Nord 

Die Themenblöcke im Überblick:

Veranstaltung für Fach- und Führungskräfte aller Branchen

Wechseljahre und Arbeit – Eine dreiteilige Veranstaltungsreihe
Teil 2: Meno@BGM-Strategie
Hands-On am 02. Juni 2026 von 11:00 – 12:00 Uhr (Online)
zwei Kolleg:innen vor einer Glaswand mit Post it's
So wie wir es nicht gewohnt sind, über das Thema Menstruation von Frauen im Berufsleben zu sprechen, sind auch die Wechseljahre (Menopause) meist noch ein Tabuthema.

Dabei sind in Deutschland rund 9 Millionen Frauen zwischen 40 und 60 Jahren berufstätig. Etwa zwei Drittel von ihnen leiden unter Wechseljahre-bedingten Beschwerden. Gerade in dieser Lebensphase tragen Frauen jedoch beruflich viel Verantwortung und sind besonders wichtig für Unternehmen.

Das Hands-On bestärkt Fach- und Führungskräfte darin, in ihren Organisationen das Thema Menopause aktiv aufzugreifen und im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zu integrieren.  
Die Dozentin Nicole Dohrwardt gibt wertvolle Impulse, um dieses wenig besprochene Thema als relevanten Bestandteil wirksamer BGM-Strategien zu verankern und Sicherheit im Umgang zu gewinnen. 

Das Hands-On richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortlichen und BGM-/BGF-Beauftragte, die das Thema Frauengesundheit in ihrer Organisation verankern möchten.
Fachkräftemangel meistern: Die Generation 50+ im Job halten
Meet Up am 18. Juni 2026 von 11:00 – 12:00 Uhr (Online)
Drei ältere Kolleg:innen (divers) im Gespräch
Ältere Mitarbeitende der Generation 50+ sind für viele Unternehmen aufgrund ihrer langjährigen Expertise und großen Erfahrungsschatzes wertvolle Beschäftigte.

Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass gerade in dieser Zielgruppe fast ein Drittel der Befragten Personen bereits vor dem gesetzlichen Renteneintritt aus dem Erwerbsleben auszuscheiden wollen.

Das Meet Up vermittelt Impulse, wie Beschäftigte der Generation 50+ im Job gehalten werden können. Besonders Faktoren wie Selbstbestimmung und Sinnstiftung werden beleuchtet.
Die Dozentinnen Lisa -Böhling und Maren Beer vom Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (IFBG) stellen Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Bindung von älteren Beschäftigten im Gesundheitswesen vor. Sie geben praktische Impulse zu konkreten Umsetzungsansätzen und Herausforderungen am Beispiel einer Einrichtung im Gesundheits- und Sozialwesen. Darüber hinaus laden sie die Teilnehmenden zu einem anregenden Praxisaustausch ein. 

Das Meet Up richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortliche und BGM-Beauftragte. 

Veranstaltung für Führungskräfte aus der Eingliederungs- und/oder Altenhilfehilfe

Was Empathie mit Gewaltprävention zu tun hat Gewaltprävention und Deeskalation als Übersetzungsaufgabe/-leistung
Meet Up am 04. Juni 2026 von 10:00 – 16:00 Uhr in Hamburg
Eine Zeichnung in S/W mit vielen verschiedenen Gesprächsituationen. Menschen zu zweit, alleine und zu dritt
Auf welche Weise empathisches Verstehen einen wesentlichen Beitrag zur Deeskalation herausfordernder Verhaltensweisen leisten kann, darum geht es in diesem Meet-Up

Es zeigt auf, wie wir das neurobiologische Phänomen der Spiegelneuronen nutzen können, um deeskalierend zu agieren.

Die Teilnehmenden üben praxisorientiert, wie sie Aussagen anderer bewusst wahrnehmen und Gewalt vorbeugend begegnen können. Sie lernen Empathie als professionelle Kompetenz kennen, die wir trainieren können. 
Joachim Kix leitet das Meet Up. Er ist Psychologe und arbeitet seit vielen Jahren mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Als Deeskalationstrainer schult er Führungskräfte und Mitarbeitende im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen. 

Das Meet Up richtet sich an Führungskräfte aus der Eingliederungshilfe.
Auf dem Papier sind wir gut im Alltag wird es trotzdem härter
Veränderte Wahrnehmung von Gewalt in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und Bewohner:innen in der Altenhilfe

Meet Up am 08. Dezember 2026 von 08:30 12:30 Uhr (Online)
Eine Gruppe Menschen (Kolleg:innen) stehen gemeinsam und halten ein Plakat mit zwei Puzzlesteinen. Links ein junger Mann in Rollstuhl. Rechts unten ein Hund.
Gesetzgeber und Prüfinstanzen erwarten ausgearbeitete Gewaltschutzkonzepte. Diese existieren oft vor allem auf dem Papier der sogenannten Vorderbühne der Organisation.

Auf der Hinterbühne spielt sich die Organisationskultur ab. Wie ist die Einstellung zu Gewalt? Welche ethische Orientierung wird gelebt? Gibt es auf der Hinterbühne eine Übereinstimmung mit dem, was auf der Vorderbühne geschrieben wurde?

Das Meet Up bietet einen Rahmen, um über die Kluft zwischen dem Papier und der gelebten Wirklichkeit zu sprechen, sowie über ethische und praktische Konflikte zu diskutieren. 
Die Dozent:innen Sandra Herrgesell, Expertin für Qualitätsmanagement und Michael Katzer, Experte für Ethik im Gesundheits- und Sozialwesen, ermöglichen einen Blick auf beide Perspektiven.  

Das Meet Up richtet sich an alle Führungskräfte aus der Eingliederungshilfe und Altenhilfe.

Weiterer Ressourcen zum Thema Empathie

One Minute Wonder Eine Minute für eine gesunde Arbeitswelt
Aktuelles Thema: Empathie statt Eskalation. 
Ein Wecker und daneben der Text: ONE MINUTE WONDER
Seit November 25 veröffentlichen wir vom Präventionsnetzwerk Nord jeden Monat ein kurz und knapp aufbereitetes Poster, das praxisnah schnell zu erfassende Informationen liefert. 
Mit unserem One Minute Wonder wollen wir die Sicherheit und Gesundheit im Berufsalltag erhöhen, indem es überall dort, wo Mitarbeitende kurze Wartezeiten oder Pausen haben, angebracht wird. 

Gut verständlich aufbereitete Informationen liefern Fachimpulse für Zwischendurch und ergänzen so Schulungen oder Unterweisungen.

Das aktuelle Thema: Empathie statt Eskalation
Fachbeitrag: Wie Führungskräfte Empathie als Schlüssel zur Deeskalation nutzbar machen können
Eine ältere Frau spricht empathisch mit einem jüngeren Mann, dem es nicht gut zu gehen scheint.
Eskalierende Situationen sind ein zunehmendes und ernst zu nehmendes Problem im Gesundheitswesen. Vielfach führen Zeitdruck und Stress dazu, dass sich die Anspannung von Mitarbeitenden auf Klient:innen übertragen.

Empathie ist eine wertvolle Handlungskompetenz, die oft nicht genutzt wird. Der Fachbeitrag beleuchtet Empathie als Möglichkeit zu Deeskalation und gibt Führungskräften wertvolle Impulse, wie sie Empathie in ihren Organisationen nutzbar machen können.
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Hamburg, im Mai 2026