Gewalt schafft mehr soziale Probleme, als sie löst. 
Martin Luther King, (1929-68)
US-amerikanischer Theologe und Bürgerrechtler 

Liebe Mitglieder und Interessierte!

Offen über Gewalt in Einrichtungen der Pflege zu sprechen, war lange Zeit nicht üblich. Das betraf gewaltvolles Verhalten gegen Klient:innen genauso wie gegen Mitarbeitende. Es gehöre eben zum Beruf, meinte man, dass auch Mitarbeitende Gewalt erfahren. Menschen mit Beeinträchtigungen schlagen, schreien und spucken nun mal ab und zu, so hieß es. Es wurde nicht weiter thematisiert.

Gut, dass heute die Diskussionen um Gewalt auf beiden Seiten offener geführt werden. Zunehmend rückt dabei in den Fokus, dass Gewalt viele Gesichter hat und nicht nur körperlicher Schaden gefährdet. Psychische, sexualisierte, rassistisch motivierte oder digitale Gewalt und Belästigungen sind ebenfalls Gefährdungen, denen Menschen in Einrichtungen ausgesetzt sind. 

In diesem Newsletter widmen wir uns Veranstaltungen und Know-how mit dem Schwerpunkt Gewalt in der Eingliederungshilfe

Vermehrt wird berichtet, dass Gewalt gegen Mitarbeitende zunimmt. Vielleicht liegt es daran, dass Gewaltphänomene weniger oft bagatellisiert und eher angesprochen werden. Möglicherweise gibt es tatsächlich mehr Vorfälle. Denn vieles ändert sich. Zunehmend werden Klient:innen mit schwerwiegenden Diagnosen betreut. 

In diesem Spannungsfeld stehen Führungskräfte in der Eingliederungshilfe vor der Aufgabe, ihren Mitarbeitenden im Umgang mit Gewalt den Rücken zu stärken. Diese Aufgabe benötigt neben Fachwissen auch Kraft, Mut und Sprechfähigkeit. 

In den Veranstaltungen und Informationen, die wir hier vorstellen, geht es genau darum: Um Möglichkeiten und neue Lösungswege im Umgang mit dem komplexen und oftmals schweren Thema Gewalt.  

Mehr Infos zu diesem und zu vielen weiteren Themen findet Ihr auch auf unserer Homepage oder auf unserem LinkedIn-Profil

Wir freuen uns wie immer über Eure Rückmeldungen unter Präventionsnetzwerk Nord


Herzliche Grüße vom
Präventionsnetzwerk Nord 

Die Themenblöcke im Überblick:

Veranstaltung für Führungskräfte aus der Eingliederungs- und Altenhilfehilfe

Auf dem Papier sind wir gut im Alltag wird es trotzdem härter
Veränderte Wahrnehmung von Gewalt 

Meet Up am 07. Mai 2026 von 09:00 16:45 Uhr in Steinfurt
Eine Gruppe Menschen (Kolleg*innen) stehen gemeinsam und halten ein Plakat mit zwei Puzzlesteinen. Links ein junger Mann in Rollstuhl. Rechts unten ein Hund.
In diesem Meet Up zur veränderten Wahrnehmung von Gewalt in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und Bewohner*innen in der Altenhilfe geht es um die alltägliche Praxis.

Denn: Papier ist geduldig. Gewaltschutzkonzepte, QM-Handbücher und Leitbilder sind nur so gut, wie sie in den Prozessen im Alltag gelebt werden. 

Klare Regelwerke werden von den Aufsichtsbehörden verlangt und sind die Vorderbühne einer Organisationen. Zusätzlich prägen informelle Strukturen, unausgesprochene Erwartungen und individuelle Handlungen den tatsächlichen Umgang mit Gewalt im Alltag. Das ist die Hinterbühne die Organisationskultur.  
Hier setzt das Meet Up an. Es nimmt beide Ebenen in den Blick: die Vorder- und die Hinterbühne. Neben viel Know-how und greifbaren Tipps durch die Dozent*innen Sandra Herrgesell und Michael Katzer, erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über Aus- und Unausgesprochenes auszutauschen und so mehr Handlungssicherheit zu gewinnen. 

Die weiteren Themen: Qualitätsmanagement, Ethik, Haltung und Organisationskultur.


Der Treffpunkt richtet sich an Führungskräfte aus der Eingliederungshilfe und der Altenhilfe.

Veranstaltung für Fach- und Führungskräfte aus der Eingliederungshilfe

Was Empathie mit Gewaltprävention zu tun hat Gewaltprävention und Deeskalation als Übersetzungsaufgabe/-leistung
Meet Up am 04. Juni 2026 von 10:00 – 16:00 Uhr in Hamburg
Eine Zeichnung in S/W mit vielen verschiedenen Gesprächsituationen. Menschen zu zweit, alleine und zu dritt
In diesem Meet Up erfahrt Ihr als Teilnehmende, die eigene Empathie und Intuition im Umgang mit Klient:innen, aber auch Kolleg:innen bewusster einzusetzen. Und zwar besonders in Bezug auf gewaltvolle Reaktionen und Situationen. 

In Kleingruppen werden konkrete Situationen analysiert und Ideen für neue Lösungswege entwickelt. Dabei spielen nicht ausschließlich die kognitiven Aspekte eine Rolle, sondern die zumeist unterschätzte Ebene des empathischen Verstehens. 
Prävention von Gewalt ist Übersetzungsarbeit und Deeskalation eine Übersetzungsleistung, sagt der  Psychologe Joachim Kix, der seit Jahrzehnten Menschen in vielen verschiedenen Lebenssituationen, unter anderem als Deeskalationstrainer, begleitet. Er führt mit seiner Leidenschaft für das Thema durch den Tag.

Der Treffpunkt richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus der Eingliederungshilfe.

Veranstaltung für Leitungskräfte aus Werkstätten und Wohn-heimen für Menschen mit Behinderungen

Professioneller Umgang mit Gewalt & Aggression Das Wertschöpfungspotential von Gewaltprävention entdecken
Meet Up am 17. September 2026 von 10:00 – 16:00 Uhr in Bremen
Bunte Wortwolke. In der Mitte: Gewalt und Belästigung. Drum herum: Diskriminierung, Ausgrenzung, Nötigen, Randalieren und weitere Begriffe
Gewaltprävention sollte nicht als lästige Pflicht verstanden werden, denn sie ist eine reale und konkrete Chance, um die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Wohnheimen der Eingliederungshilfe zu verbessern. 

Diese Chance zu zeigen, ist das Ziel von dem Meet Up in Bremen. Aufbauend auf einem Präventions-modell werden Wertschöpfungsaspekte thematisiert und die Vorteile eines umfassenden Ansatzes zur Gewaltprävention. 
Dabei geht es auch um Möglichkeiten der Partizipation und Selbstbestimmung. Die praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden und der Austausch untereinander haben genauso Raum, wie Fragen an den Referenten Joachim Kix. Als Psychologe mit umfassender Erfahrung auch als Deeskalationstrainer moderiert er dieses Meet Up. 

Das Meet Up richtet sich an alle Führungskräfte, Personalverantwortliche, BGM-Beauftragte, Beauftragte im Arbeitsschutz und Mitglieder der betrieblichen Interessenvertretung in Werkstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung.

Weiterer Ressourcen Gewaltprävention

One Minute Wonder Eine Minute für eine gesunde Arbeitswelt
Aktuelles Thema: STOP der gewalt gegen Mitarbeitende. 
Ein Wecker und daneben der Text: ONE MINUTE WONDER
Ab November 25 veröffentlichen wir vom Präventionsnetzwerk Nord jeden Monat ein kurz und knapp aufbereitetes Poster, das praxisnah schnell zu erfassende Informationen liefert. 
Mit unserem One Minute Wonder wollen wir die Sicherheit und Gesundheit im Berufsalltag erhöhen, indem es überall dort, wo Mitarbeitende kurze Wartezeiten oder Pausen haben, angebracht wird. 

Gut verständlich aufbereitete Informationen liefern Fachimpulse für Zwischendurch und ergänzen so Schulungen oder Unterweisungen.

Das aktuelle Thema: STOP der Gewalt gegen Mitarbeitende. 
Fachbeitrag: Gewaltprävention in der Eingliederungshilfe
Vier Fotos: verschiedene Interaktionen von Mitarbeitenden und Klient:innen. Zu zweit, dritt, viert und fünft. Untern links eine Person im Rollstuhl.
Gewalt in der Eingliederungshilfe ist ein sensibles und zugleich hoch relevantes Thema.

Der Fachbeitrag beleuchtet zentrale Aspekte entlang dreier Perspektiven: Strategische Herausforderungen durch das Bundesteilhabegesetz oder sich verändernde Strukturen.
Zweitens werden strukturelle Risiken für Gewaltphänomene skizziert, um dann mit konkreten Führungsimpulsen abzuschließen. 
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Hamburg, im April 2026